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Wien.
Für Museen und Musik gibt es sie schon, am 10. Juni bekommt auch die
Kirche eine lange Nacht. Zum ersten Mal öffnen rund 120 Kirchen in Wien
zwischen 18 Uhr und 1 Uhr Früh ihre Türen und laden Interessierte
ein, nicht nur Ruhe und Stille zu genießen, sondern auch an Lesungen,
Konzerten, Kinderführungen oder gesellschaftspolitischen
Diskussionsrunden teil zu nehmen.
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"Gerade
die Nacht hat viel mit dem christlichen Leben zu tun", erklärt Bernhard
Linse, Sekretär für das Vikariat Wien-Stadt und hofft mit dieser Aktion
auch Menschen in die Kirche locken zu können, die sonst draußen
bleiben. Vorbild für die lange Nacht der Kirchen seien nicht nur die
gleichnamigen Veranstaltungen in Museen und für Musik oder die sehr
erfolgreiche lange Nacht der Kirchen in Deutschland gewesen, erzählt
Erich Leitenberger, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese
Wien. "Wir haben gesehen, dass viele Menschen besonders die
Abendstunden nutzen, um einen stressigen Tag in Stille ausklingen zu
lassen. Dafür haben der Stephansdom oder die St. Michaels Kirche schon
jetzt bis 22 oder 23 Uhr geöffnet. Die lange Nacht der Kirchen soll
auch eine Initialzündung sein, dass in Zukunft mehr Kirchen ihre
Öffnungszeiten verlängern."
"Kirche ist nicht die bessere Disco"
Wiens Jugendseelsorger Gregor Jansen
Die Kirchenaustritte (siehe auch S. 4) lassen
Jugendorganisationen aktiv werden. Unter dem Titel "find, fight and
follow", werden seit 2003 Jugendgottesdienste organisiert. "Wir sind
schon in der dritten Staffel", so Koordinator Florian Unterberger.
"Geplant waren drei Veranstaltungen, aber die Resonanz war so groß,
dass wir weiter gemacht haben". Am Sonntag (18. 30 Uhr) wird die
nächste Messe unter dem Motto "Geist ist geil" in der Kirche St.
Florian, 5. Bezirk, gefeiert. Der Titel ist mit den Jugendlichen
(Zielgruppe 14 bis 30-Jährige) abgeklärt und nicht peinlich, so
Unterberger. "Wir wollen mit dem Titel einen Kontrapunkt zu Geiz setzen
und zeigen, dass das Leben mit einem offenen Geist toll ist." Gregor
Jansen, Wiens Jugendseelsorger ergänzt: "Wir versuchen nicht, uns
anzubiedern. Kirche ist nicht die bessere Disco. Wir versuchen einzelne
Elemente aus Kirche und Jugendkultur zusammenzufügen, aber so, dass
Kirche weiterhin Kirche bleibt und Jugend Jugend. Es soll ein Dialog
entstehen." "Unser Anliegen ist es, Jugendlichen zu zeigen, dass Gott
mit ihrem Leben zu tun hat und Kirche ein Lebensort sein kann".
An
diesem Lebensort, der ein "offener Raum für alle" ist, soll es vermehrt
zu Theater-, Musical- oder Musikaufführungen kommen. Geplant ist im Mai
2005 die Eröffnung einer Jugendkirche. "Wir merken, dass das
spirituelle Bedürfnis steigt", sagt Unterberger. "Die Jugendkirche soll
jungen Menschen einen Raum mit Atmosphäre bieten, wo sie sich
austauschen können." INTERNET
www.findfightfollow.at
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